Alle Eltern fragen sich, wie man ein Kinderzimmer schön einrichtet. Das ist in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung: Kinder wachsen, und ihre Bedürfnisse ändern sich mit dem Alter. Ein Babyzimmer sieht ganz sicher anders aus als das Zimmer eines Kindergartenkindes und später das eines Schulkindes. Also: Wie richtet man ein kleines Kinderzimmer ein, damit spätere Umgestaltungen einfacher und günstiger sind? Praktische Tipps gibt Ola Węgiełek-Król, Innenarchitektin und Mama einer kleinen Tochter.
Wie richtet man ein Kinderzimmer ein? Die funktionale Raumaufteilung
Du träumst von einer besonderen Ecke für dein Kind? Bevor du einkaufen gehst und deine Ideen umsetzt, lohnt es sich, die Gestaltung in Ruhe zu planen. Wenn du das Kinderzimmer für ein neues Familienmitglied planst, gehst du am besten vor wie ein Innenarchitekt. Die professionelle Methode: das Zimmer ausmessen und einen Plan zeichnen.
- Miss das Kinderzimmer entlang der Wände aus.
- Bestimme die Raumhöhe.
- Miss alle Tür- und Fensteröffnungen: Breite und Höhe.
- Wenn du Wanddeko planst, zeichne sogenannte Ansichten, also Breite und Höhe der Wände mit allen Öffnungen, z. B. für Wandleuchten.
- Daraus kannst du einen bemaßten Grundriss des Zimmers erstellen, in dem sich Möbel und Deko leichter planen lassen.
- Erstelle 3 Varianten der Raumaufteilung. Vergleiche sie und wähle die beste. So vermeidest du grundlegende Planungsfehler, z. B. fehlenden Platz für wichtige Möbel im Babyzimmer.

Zonen im Kinderzimmer – wie plant man ein Kinderzimmer?
Ein Babyzimmer für Mädchen oder Jungen sollte man einige Jahre im Voraus planen, wobei man berücksichtigt, wie sich das Kind und seine Bedürfnisse in dieser Zeit verändern. Man kann davon ausgehen, dass eine größere Renovierung oder einfach ein neuer Wandanstrich nötig wird, wenn das Kind in die Vorschule kommt. In der Zwischenzeit verändert das Kinderzimmer aber immer wieder seinen Charakter. Ganz am Anfang kannst du die grundlegenden Zonen im Raum festlegen.
Klar abgegrenzte Zonen erleichtern das Ordnunghalten und helfen dem Kind zu lernen, wo seine Sachen hingehören. Mit der richtigen Anordnung von Möbeln und Accessoires lässt sich ein kleines Kinderzimmer so einrichten, dass jede Zone andere Aspekte der Entwicklung deines Kindes unterstützt.
Schlaf- und Ruhezone – das wichtigste Element im Kinderzimmer
Babyzimmer brauchen anfangs Platz für eine Wiege von 90 x 40 cm. Mit der Zeit braucht es jedoch ein Gitterbett (mind. 120 x 70 cm) und schließlich ein Bett für ein älteres Kind (ca. 200 x 90 cm). Eine praktische Lösung ist ein sogenanntes mitwachsendes Bett, das sich der Größe des Kindes entsprechend ausziehen lässt. Platz für ein größeres Bett schafft man z. B., indem man den Stillsessel entfernt, den ein Kleinkind nicht mehr braucht.

Spielzone im Kinderzimmer
Im Babyzimmer braucht es Platz für eine Spieldecke, den ersten Spielbereich des Kindes. Mit der Zeit kommen jedoch immer mehr Spielsachen dazu, oft reichlich von Familie und Freunden geschenkt. Es lohnt sich, auf ihre Ordnung und ansprechende Präsentation im Zimmer zu achten. Dafür eignen sich zum Beispiel Regale, etwa für Kuscheltiere.
Tipp: Einen Teil der Spielsachen kannst du wegräumen – dafür eignet sich z. B. eine Weidentruhe oder ein Stoffbeutel mit Zugband. Spielsachen, die eine Weile weggeräumt und dann wieder hervorgeholt werden, sind für dein Kind oft wieder ganz neu und spannend.
Lernbereich für ältere Kinder
Wenn dein Kind ein Jahr alt ist, ist es Zeit für einen kleinen Tisch und ein Stühlchen, an dem es malen, zeichnen, kleben und mit Knete spielen kann. Diese Möbel sollten an die Größe des Kindes angepasst sein, aber du kannst sie ruhig etwas größer kaufen, denn Kinder wachsen schnell. Bedenke bei der Planung des Lernbereichs, dass der Tisch später durch einen größeren Schreibtisch mit Schubladen für Hefte und Schulsachen ersetzt werden muss.
Stauraum im Kinderzimmer
Anfangs finden hier ein Wickeltisch und eine Kommode für Windeln, Babykleidung und weiteres Zubehör Platz. Mit der Zeit kommt immer mehr Kleidung dazu, die mehr Platz braucht. Dann ersetzt du Wickeltisch und Kommode am besten durch einen größeren Schrank mit Schubladen, Regalen und Kleiderstange. Ein kleines Kinderzimmer sollte auch Möbel für Spielsachen bieten, etwa eine Vitrine mit Regalen für Bücher und Puzzles.
Die Gestaltung – wie richtet man ein kleines Kinderzimmer ein?
Neben der Funktionalität zählt auch eine ansprechende Gestaltung des kleinen Kinderzimmers, die Eltern und Kind gleichermaßen gefällt. Für ein durchdachtes Kinderzimmer wähle:
- eine Grundfarbe – Wände und Boden sollten stimmig und dezent gestaltet sein, deshalb eignen sich Weiß, Grau und Beige gut. Diese universellen Farben vergrößern den Raum optisch und schaffen eine helle, freundliche Atmosphäre.
- eine Akzentfarbe – sie findet sich auf kleineren Einrichtungselementen wie Kissen, Teppich, Bettwäsche oder Vorhängen. Du kannst jede beliebige Farbe wählen, z. B. Rosa, Blau oder Grün. So belebst du den Raum und schaffst eine gemütliche Ecke für dein Kind.
Der Vorteil einer universellen Grundfarbe: Die Akzentfarbe lässt sich leicht später austauschen, z. B. wenn dein Kind eine Lieblingsfarbe hat.
Wie dekoriert man ein Kinderzimmer?
Ein beliebtes Dekoelement im Kinderzimmer ist die sogenannte Bilderwand. Das ist eine Komposition aus Tapete und Bildern – symmetrisch entlang einer Achse aufgehängt. Die Auswahl an Kinderzimmertapeten ist heute wirklich groß. Tapeten, die zur gewählten Grundfarbe passen, können verschiedenste Märchenmotive zeigen. Dazu kannst du bunte Bilder und ein Geburtsposter für dein Kind im Rahmen mit Passepartout kombinieren.

Wo findet man Inspiration für die Kinderzimmergestaltung?
Das Internet ist eine Fundgrube an Ideen für die Kinderzimmergestaltung. Ansprechende Farbkombinationen und clevere Tricks zur Raumnutzung findest du z. B. auf Pinterest. Mit einem Konto dort kannst du thematische Pinnwände anlegen, auf denen du Kinderzimmerideen speicherst, die dir gefallen. Du kannst auch einen eigenen Ordner auf deinem Computer anlegen. Entscheidend ist, dass du alle Fotos der Einrichtungselemente öffnen und miteinander vergleichen kannst. So kannst du beurteilen, ob sie wirklich zusammenpassen.
Vor dem Kauf prüfen
Auch wenn sich online am bequemsten nach Inspiration suchen lässt, solltest du vor dem Kauf die Einrichtungselemente fürs Kinderzimmer live ansehen. Ein Monitor kann Farben verfälschen, deshalb empfehle ich dir, Geschäfte vor Ort zu besuchen und Muster zu bestellen, z. B. von Kinderzimmertapeten.
Einkäufe fürs Kinderzimmer planen
Die Planung eines Kinderzimmers kostet nichts, die Einrichtung dagegen belastet das Haushaltsbudget. Heißt das, dass du auf deine Wunscheinrichtung verzichten musst? Nicht unbedingt – du kannst vorgehen wie ein Profi aus der Innenarchitektur. Wir zeigen dir, wie du das Budget planst und das Traumzimmer für dein Kind gestaltest, ohne die Haushaltskasse zu sprengen.
- Lege dein Budget fürs Kinderzimmer fest.
- Erstelle eine sogenannte Wunschtabelle, also eine Liste der Dinge, die du kaufen möchtest.
- Trage die Preise der Einrichtung ein und vergleiche sie mit deinem Budget.
- Wenn der Preis das Budget übersteigt, markiere die unverzichtbaren Posten in einer Farbe und deine Lieblingswünsche in einer anderen.
- Suche günstigere Alternativen für die unverzichtbaren Posten, z. B. im Sale oder gebraucht.
- Markiere Einrichtungsgegenstände fürs Kinderzimmer, die du später kaufen kannst, wenn mehr Budget da ist.
- Rechne die Kosten noch einmal zusammen. Vielleicht stellst du fest, dass du nicht auf deine Wunschmöbel und -deko verzichten musst oder zumindest einen Teil davon behalten kannst.